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Auf
Populonia sind wir aus reinem Zufall gestoßen. In
einem örtlichen Reiseführer gab es einen Hinweis auf archäologische
Ausgrabungen in der Nähe von Piombino. Da Populonia mit meinem
Navigationssystem nicht zu finden war, folgten wir den wenigen
Straßenschildern. Alsbald befanden wir uns auf einer kleinen Straße,
welche sich steil
einen Hügel hinauf schlängelte und keine Möglichkeit zum
Wenden bot. Als wir das Ende der Straße und damit die Spitze des Hügels
erreicht hatten, staunten wir nicht schlecht über den Anblick der uns
erwartete:
Ein Turm mit schweren Zinnen und einer alten massiven Mauer thront auf dem
höchsten Punkt des Hügels. Die fast weiße Farbe der Bauwerke überstrahlen
vor dem blauen Himmel das gesamte Blickfeld.
Erst als wir uns vom Anblick der ehemaligen Burg losgerissen und unser
Auto geparkt hatten, eröffnete sich uns der gesamte Zauber dieses
Fleckchens. Hoch oben über dem Golf von Baratti lag uns das tiefblaue Meer
zu Füßen. Nach Westen eröffnete sich der Blick weit über das Meer und nach
Nordosten breitete sich die Toskana in ihrer gesamten Schönheit aus.
Populonia war einst die einzige etruskische Stadt, die am Meer lag. Zudem
war sie das größte Zentrum des Mittelmeerraums, in dem man Eisen schmolz,
das aus den Mineralien gewonnen wurde, die von der benachbarten Insel Elba
stammten. Noch gut erhalten sind die mittelalterlichen Mauern, die zum
Schutz vor Seeräubern errichtet wurden, sowie die Burg, die in der ersten
Hälfte des 15. Jahrhunderts als Schutzanlage von Jacopo II Appiani gebaut
und 1800 restauriert wurde.
Innerhalb der Burgmauern befindet sich ein winziges Dorf mit vielen
kleinen Läden, welche den Eindruck einer alternativen Künstlerkolonie
vermitteln. Lederwaren, Töpferwaren, Glaskunst - jeder der für diese Dinge
empfänglich ist sei gewarnt: Die günstigen Preise verleiten zu einem
Großeinkauf.
Wie für die Toskana üblich - trifft man auch in Populonia auf bizarre
Gegensätze. Hier in Form eines kleinen Restaurants, welches hauptsächlich
leckere Salate mit Zutaten aus dem biologischen Anbau anbietet. Ein
gemütlicher Platz an der alten schattigen Burgmauer lädt zu einer kleinen
Rast im Freien ein. Seltsamerweise werden hier die Salate in einer
Kunststoff-Schüssel und mit einem Einmal-Besteck serviert. Nach dem Essen
verschwindet das gesamte Gedeck im Mülleimer. Lediglich Eisbecher und
Gläser werden wiederverwendet. Als Mensch, der sein Herz an die Toskana
verloren hat, sieht man über diesen Gegensatz mit einem kleinen Schmunzeln
hinweg.
Populonia beherbergt ein privates Museum mit etruskischen und römischen
Funden, die aus den Ausgrabungen der Gegend und aus dem Meer stammen. Die
am Rande des Dorfes gelegene Ausgrabungsstätte kann kostenlos besucht
werden und bietet die Möglichkeit, Studenten aus aller Welt bei ihren
Ausgrabungen zuzusehen. Jedoch sollte man die Ausgrabungen zuerst
besuchen. Zum Einen machen die Studenten eine ausgiebige Mittagspause und
zum Anderen ist man nach der Besichtigung der Burg, der Läden und der
grandiosen Aussicht so überfüttert, dass die Ausgrabungsstätte wenig
interessant erscheint.
Ein Besuch in Populonia ist jedem zu empfehlen, der auch in Italien die
Ruhe sucht. Man trifft hier nur auf wenige Touristen und auch die
Öffnungszeiten (zum Beispiel des Turmes) sind hier nur ungefähre
Richtwerte.
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