Commodore C-64

Gekauft am 06.05.2005
Kaufpreis 20,00 €
Gekauft von ebaY-Mitglied "huberdrita"
Lieferumfang C-64 Revision B, C-64c, Diskettenlaufwerk 1541-II, Datasette 1530, Netzteile, 2 Joysticks, C-64 Handbuch, einige Disketten, eine Kassette, 2 Diskettenboxen
Technischer Zustand Voll funktionsfähig
Optischer Zustand C-64 Revision B sehr gut; C-64c sehr gut, ein wenig vergilbt
Suche Handbücher, Commodore 1541-II Diskettenlaufwerk, Original-Disketten, GEOS (eventuell deutsch), sonstige Software, Monitor, sonstige Hardware

Angesichts des heutigen Upgrade-Wahns erscheint es undenkbar, dass ein Computer nahezu 11 Jahre lang technisch unverändert gebaut und verkauft wurde. Commodore ist dieses Kunststück mit dem C-64 gelungen, einem Computer, von dem fast jeder der heutigen PC-Fachleute sagt, "mit dem hab ich auch angefangen".

Anfang 1981 wurde mit der Entwicklung der Chips begonnen, die eigentlich für die nächste Videospielgeneration gedacht waren (ähnlich wie beim VC-20). Jack Tramiel, der Commodore-Chef beschloß jedoch im November 1981, daraus einen Homecomputer entwickeln zu lassen, der schon im Januar 1982 auf der Winter Consumer Electronics Show vorgestellt werden sollte. Zwei Tage nach dieser Entscheidung war das Design bereits fertig und Ende Dezember 1981 wurden fünf Prototypen des VIC-30 (der Entwicklungstitel des C-64) gefertigt. Auf der Winter CES wurde schließlich der Commodore 64 vorgestellt, komplett mit 64 KByte RAM, leistungsfähigem Videochip und vollwertigem Synthesizer, für nur 595 US Dollar. Da es kaum nennenswerte Konkurrenz gab erregte der neue Rechner viel Interesse und die Weiterentwicklung zum fertigen Produkt wurde genehmigt. Nach einigen Verfeinerungen wurde die Produktion im August 1982 im großen Maßstab angekurbelt.

Aufgrund seiner damals sehr guten Leistungsdaten und seines gleichzeitig äußerst günstigen Preises erlebte dieser Rechner einen Höhenflug, der heute noch seinesgleichen sucht. Er wurde zum defacto Standardcomputer, so wie der PC heutzutage. Gegenüber dem Apple ][ waren seine Aufrüstmöglichkeiten recht spärlich und seine CPU gegenüber den 8-Bit Ataris recht langsam, aber der Preis und die Grafik und Soundchips machten dies mehr als wett.

Um so mehr Rechner verkauft wurden um so mehr Dritthersteller begannen für ihn Software herzustellen. Die Palette reichte von Spielhallenklassikern über Textverarbeitungen bis hin zu neuen Betriebssystemen mit Grafischer Benutzeroberfläche wie etwa GEOS. Aufgrund der guten technischen Voraussetzungen hoben sich mit der Zeit besonders die Spiele von den Titeln auf anderen Systemen ab.

Viele 64er fanden sich unter Weihnachtsbäumen und in Osternestern und da die Grafik und Soundhardware ungeahnte Möglichkeiten bot, tat sich hier ein schier unermessliches Betätigungsfeld für angehende Hobbyprogrammierer auf. Dies resultierte in zahllosen Spielen, Szene-Demos, Musikeditoren und vielen anderen Programmen. Einige Programmierer beraubten kommerzielle Spiele ihres Kopierschutzes und profilierten sich dann innerhalb einer kurzen Präsentation, die vor dem jeweiligen Programm geladen wurde. Aus diesen so genannten Cracker-Intros entwickelten sich die Szene-Demos, was nichts mit Politischen Demonstrationen zu tun hat. Vielmehr zeigen diverse Gruppen von Programmierern mit diesen Demos was sie können und treten auf Szene-Partys mit ihren Kreationen gegen andere Gruppen an und tauschen Erfahrungen aus. Diese Szene besteht heute noch, wenn auch der C-64 nicht das einzige System ist bei dem sich eine solche Demo-Szene entwickelt hat.

Aufbau und Allgemeines

Der Rechner besteht prinzipiell aus einer 6502-kompatiblen CPU, dem 6510 Prozessor und zwei Spezialchips, dem VIC-II (Video Interface Controller II), Nachfolger des im VC-20 eingesetzten Bausteins der die Bildausgabe übernimmt, und dem SID (Sound Interface Device), der sich um die Tonausgabe kümmert. Dazu kommen noch zwei CIAs (Complex Interface Adapter), die den Kontakt zur Außenwelt mittels Ansteuerung der Ports, Tastaturabfrage usw. herstellen.

Damit der Rechner nach dem Einschalten auch was von sich gibt, enthalten die älteren Modelle insgesamt 3 ROM-Bausteine, die das BASIC, den Kernel mit Betriebssystemfunktionen und die Zeichendarstellungen enthalten. Da die CPU nur einen Adressbereich von 64 KByte hat, der Arbeitsspeicher plus ROMs aber 84 KByte groß ist, mussten sich die Entwickler etwas einfallen lassen. Mithilfe einer so genannten PLA und einem zusätzlichen 6-Bit breiten I/O-Port des Prozessors kann man die ROMs sowie den I/O-Bereich ein und ausblenden um den gesamten Speicher anzusprechen.

Das eingebaute Basic V2 entspricht dem des VC20. Die Funktionsvielfalt hält sich ziemlich in Grenzen, nach Befehlen zum Ansprechen der besonderen Fähigkeiten sucht man vergebens. Alternativen sind entweder Massen von Poke- Befehlen oder der Einsatz von Assembler. Das bereits vorhandene und bessere Basic 4.0 der neueren PETS wurde aus Kostengründen nicht verwendet. Die grafische Standardbenutzeroberfläche des C-64 ist GEOS.

Drei häufig aufgetretene Fehler

Die drei häufigsten Defekte, die bei den alten Modellen auftraten, hatten im wesentlichen immer die gleiche Ursache: Sie passieren, wenn man bei eingeschaltetem Gerät Stecker in einen Port einsteckt oder herauszieht. Wechselt man beispielsweise den Stecker des Diskettenlaufwerks, dann kann es schon mal einen der beiden Ein- und Ausgabebausteine CIA 6526 und den Logik-Baustein SN7406 kosten. Beim Kassettenport ist es der 6510-Prozessor, der seinen Abschied nimmt. Wer ein Modul bei eingeschaltetem C-64 wechselt, der riskiert den Adressmanager 906114-01 oder aber den Prozessor.

Auch die Bastler schicken bei ihren Experimenten am User-Port zuweilen den einen oder anderen Baustein in die ewigen Jagdgründe. Im wesentlichen beschränkt sich dies aber auf die CIA 6526 und unter Umständen den SN7406.

Verkaufte Exemplare

Trotz der Tatsache, dass der C-64 Ende der 80er eigentlich technisch schon lange überholt war, wurde er bis 1993 gebaut. Die Schätzungen über die verkauften Exemplare gehen von 10 Millionen bis 30 Millionen (Guiness Buch der Rekorde). Der plausibelste Wert ist etwa 17 Millionen und wenn man die Derivate wie den C-128 mitrechnet kommt man auf etwa 22 Millionen. Dies macht ihn unangefochten zum meistverkauften Computer aller Zeiten.

Man darf ihn hierbei nicht mit dem PC oder den heutigen Spielkonsolen vergleichen, die wesentlich höhere Absatzzahlen erreichten, denn erstens hat sich die Hardwareleistung des 64ers über die Jahre nicht verändert und zweitens war der Markt Anfang der 80er wesentlich kleiner und die Akzeptanz der neuen Technik gegenüber wesentlich geringer als heute.

Versionen

Vom Commodore 64 gibt es, bedingt durch die lange Produktionsdauer von immerhin fast 12 Jahren, sehr viele überarbeitete Versionen.

Originalversion: (1982)

Diese Version wurde in einem braunen Gehäuse mit fast schwarzen Tasten ausgeliefert und wird üblicherweise "Brotkasten" genannt. Äußerlich gibt es kleine aber feine Unterschiede zwischen den ersten ausgelieferten Modellen und den Nachfolgern. Die F-Tasten sind orange, die "64" des "Commodore 64" Logos ist direkt neben der Power-LED statt dem Text "POWER", und einige frühe Rechner haben die alte VC-20 Tastatur mit rechteckigen Buchstaben, obwohl da vermutlich nur Reste verbaut wurden. Der Videoausgang war bei diesen ersten Versionen nur 5-polig. Praktisch alle Bausteine waren gesockelt. Insgesamt waren 8 RAM-Bausteine nötig um auf 64 KByte zu kommen. Kernel, DOS und BASIC waren in getrennten Bausteinen untergebracht.

Diese Rechner hatten eine sehr hohe Rücklaufrate, die Hälfte der verkauften Rechner waren nach einer Woche defekt. Da aber Commodore diese in Rekordzeit austauschte redete niemand groß darüber. Innerhalb eines halben Jahres bekam man die Fertigung dann auch in den Griff.

Revision A, B und C: (1983)

Bei der Originalversion gab es schwere Fehler im Betriebssystem, darunter einer, der einen Absturz bei bestimmten Farbkombinationen erzeugte. Darum folgte der Originalversion schnell die Revision A, die viele Fehlerbehebungen enthielt.

Aber selbst diese Version enthielt noch einen Fehler, allerdings keinen wirklich gravierenden. Der Poke-Befehl machte Schwierigkeiten. Wenn man etwas in den Bildschirmspeicher pokete wurde das Farb-RAM nicht korrekt gesetzt, also erschien der gewünschte Buchstabe entweder gar nicht oder in einer ganz anderen Farbe. Revision C beseitigte auch diesen Bug.

Diese Versionen waren die ersten mit dem typischen Regenbogen- "Commodore 64"-Logo. Bei der Power-LED steht jetzt auch "Power". Die F-Tasten waren jetzt braun statt orange. Ab dieser Version war der Videoausgang 8-polig. Einige Bausteine waren jetzt direkt auf die Platine aufgelötet. Beim Übergang von Revision A zu B wurde der Videoschaltkreis vereinfacht, die vielen TTL-Chips, die sowohl Pixel- als auch Farbtakt lieferten wurden durch einen einzigen Chip namens MOS-8701 ersetzt. Darüber hinaus wurden lediglich die Positionen einiger Bausteine etwas verändert.

"Aldi" - Commodore 64 (1986)

Quasi der Vorläufer des C-64c. Bei diesem Rechner handelt es sich um einen leicht gestutzten C-64 mit der neuen Platine des C-64c, dem die 9V Spannung am User-Port fehlt. Verpackt wurde das ganze im alten braunen Brotkastengehäuse mit den weißen Tasten des C-64c. Durch die Tatsache, dass er hauptsächlich von der Supermarktkette Aldi vertrieben wurde, hat er seinen (inoffiziellen) Namen von der Zeitschrift "64er" bekommen.

Obwohl der Rechner nur in Deutschland verkauft wurde, wurde er in den USA hergestellt. Dieser Rechner ist übrigens NICHT identisch mit dem C-64G!

Commodore 64c (1986)

1986 dachte man bei Commodore über Möglichkeiten nach, den C-64 günstiger herstellen zu können. Das Resultat war der C-64c, der manchmal auch C-64-II genannt wurde. Bei diesen Rechnern wurde erstmals eine komplett neu gestaltete Hauptplatine eingesetzt und die meisten Chips durch in HMOS- Technologie gefertigte ersetzt. Viele Bauteile wurden höher integriert, und bei dieser Gelegenheit wurde auch der SID-Chip durch den überarbeiteten 8580 ersetzt. Dies führte jedoch zu einer klanglichen Einschränkung, Details können auf der SID-Seite nachgelesen werden.

Diese Änderungen an der Hauptplatine machten Probleme mit einigen Erweiterungen (Floppyspeeder usw.) die auf eine bestimmte Chipanordnung hin zugeschnitten waren. Leider war der Anteil der gesockelten Bausteine wieder zurückgegangen, was insbesondere beim Wechsel von ROM-Bausteinen (wieder das Thema Floppyspeeder etc.) problematisch und mit viel Aufwand verbunden war. Was dies noch erschwerte war die Tatsache, dass durch die Bauteilintegration das BASIC und Kernal-ROM jetzt in einem einzelnen Baustein untergebracht waren.

Die aufwendige und sich stark erwärmende Spannungsumwandlung im alten 64er fiel weg. Die PLA und einige TTL-Bausteine wurden durch die neue MMU (nicht verwechseln mit der MMU im C-128) ersetzt. Bei späteren Revisionen wurde noch das Color-RAM in die MMU verlagert. Die Anzahl der RAM-Bausteine für den Hauptspeicher schrumpfte von ehemals 8 auf 2. Der VIC wurde durch den 8562 bzw. 8565 ersetzt, die mit 5 V statt 12 V liefen.

Die ersten Rechner wurden mit einer weißen Version der alten Tastatur ausgeliefert, spätere Versionen bekamen die Tastenbeschriftung des C-128. Die Power-LED hatte mal die Farbe Rot, mal war sie grün, offenbar je nach Lagerbestand und Revision. Frühere Gehäuse waren aufschraubbar, spätere verwendeten Plastikschnapper.

Einige dieser Rechner wurden auch mit einer besonderen Einsteigerausgabe des berühmten Magazins 64er sowie der Version 1.5 von GEOS ausgeliefert.

Commodore 64G (1987)

Die letzte Inkarnation des Rechners sah äußerlich aus wie die erste, aber wurde in einem weißen Gehäuse mit der Tastatur der neueren C-64c ausgeliefert. Die Power-LED war meist Grün statt Rot, aber auch hier gab es Ausnahmen. Innen kam eine nochmals überarbeitete C-64c Platine zum Einsatz. Die Kostenersparnis ging so weit, dass wie beim Aldi-C-64 statt dem metallenen Typenschild nur eine bedruckte Folie verwendet wurde. Praktisch alle Bausteine waren direkt aufgelötet.

Goldener Commodore 64 (1986)

Die Goldenen C-64 wurden anlässlich des 1.000.000 verkauften C-64 in Deutschland in begrenzter Stückzahl produziert. Angeblich hat es nur 200 Stück gegeben, die bekannten Seriennummern reichen aber weit darüber hinaus. Vermutungen gehen bis zu 1000 Stück. Die Rechner (offiziell Seriennummer 1.000.000 bis 1.000.199) wurden der Öffentlichkeit im BMW-Museum in München vorgestellt. Eines der Geräte (Seriennummer 1.000.058) wurde dem 64'er Magazin geschenkt.

Educator 64

Dies ist die "Schulversion" des C-64. Man verpackte damals den C-64 ins Gehäuse eines PET und verkaufte die Rechner an Schulen. Das Gehäuse hatte wohl den Vorteil, dass es weniger leicht zu stehlen war (offenbar ein großes Problem an Schulen) als ein normaler C-64. Der Educator 64 - oder CBM 4064 war eine Kombination der Platine und Tastatur des C-64 mit dem Gehäuse und den Monitor eines CBM 40xx. Mit den Farbfähigkeiten des C-64 VIC Chips konnte der integrierte Grünmonitor allerdings nicht viel anfangen. Daher wurde das Kernal auf reine B/W Darstellung der Farben geändert.

Datenblatt Commodore C-64
Erscheinungsjahr September 1982
Ca. Neupreis 649,- DM
Prozessor MOS Technologies 6510
Taktfrequenz 0,97 Mhz in PAL etwas über 1 MHz in NTSC
Arbeitsspeicher 64 KByte, davon 38911 Bytes unter BASIC frei
ROM 20 KByte:
- Basic V2.0 (8 KByte)
- Kernal (8 KByte)
- Zeichensatz (4KByte)
ROM kann bei Bedarf ausgeblendet werden, um die vollen 64 KByte als RAM ansprechen zu können.
Betriebssystem Basic V2.0
Grafikchip VIC-II 6566/6567/6569 (je nach Baujahr)
Textmodi 16 Farben Farbpalette:
- 40 x 25 Zeichen
Grafikmodi 16 Farben Farbpalette:
- 320 x 200 in 2 Farben pro 8x8 Pixel-Block
- 160 x 200 in 4 Farben pro 4x8-Pixel-Block
Sprites 8
Soundchip SID 6581 / 8580
Sound 3 Synth-Kanäle mit Filtern, Mono
Ein-Ausgabechip 2x CIA 6526
Tastatur 66 Tasten, im Gehäuse eingebaut
Gehäuseform Tastaturcomputer
Laufwerke Keins intern aber folgende extern anschließbar:
- 1541
- 1571
- 1581
- Alle Commodore Datasettenlaufwerke außer der 1531
Anzeige - Fernseher
- Composite-Monitor
Erweiterungsmöglichkeiten - Modulsteckplatz
- User-Port
Ein-Ausgabe - Modulsteckplatz
- Userport
- Zwei Joystick-Ports
- Fernsehanschluss
- SVHS und Composite-Monitoranschluss (beinhaltet auch Audio)
- Serieller Port für Drucker und Diskettenlaufwerke
- Spezielles Tape-Interface mit 300 bps
Anschlussbelegungen Blockschaltbild