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Angesichts des heutigen Upgrade-Wahns erscheint es undenkbar, dass ein Computer nahezu 11 Jahre lang technisch unverändert gebaut und verkauft wurde. Commodore ist dieses Kunststück mit dem C-64 gelungen, einem Computer, von dem fast jeder der heutigen PC-Fachleute sagt, "mit dem hab ich auch angefangen". |
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Anfang 1981 wurde mit der Entwicklung der Chips begonnen, die eigentlich für die nächste Videospielgeneration gedacht waren (ähnlich wie beim VC-20). Jack Tramiel, der Commodore-Chef beschloß jedoch im November 1981, daraus einen Homecomputer entwickeln zu lassen, der schon im Januar 1982 auf der Winter Consumer Electronics Show vorgestellt werden sollte. Zwei Tage nach dieser Entscheidung war das Design bereits fertig und Ende Dezember 1981 wurden fünf Prototypen des VIC-30 (der Entwicklungstitel des C-64) gefertigt. Auf der Winter CES wurde schließlich der Commodore 64 vorgestellt, komplett mit 64 KByte RAM, leistungsfähigem Videochip und vollwertigem Synthesizer, für nur 595 US Dollar. Da es kaum nennenswerte Konkurrenz gab erregte der neue Rechner viel Interesse und die Weiterentwicklung zum fertigen Produkt wurde genehmigt. Nach einigen Verfeinerungen wurde die Produktion im August 1982 im großen Maßstab angekurbelt. |
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Aufgrund seiner damals sehr guten Leistungsdaten und seines gleichzeitig äußerst günstigen Preises erlebte dieser Rechner einen Höhenflug, der heute noch seinesgleichen sucht. Er wurde zum defacto Standardcomputer, so wie der PC heutzutage. Gegenüber dem Apple ][ waren seine Aufrüstmöglichkeiten recht spärlich und seine CPU gegenüber den 8-Bit Ataris recht langsam, aber der Preis und die Grafik und Soundchips machten dies mehr als wett. |
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Um so mehr Rechner verkauft wurden um so mehr Dritthersteller begannen für ihn Software herzustellen. Die Palette reichte von Spielhallenklassikern über Textverarbeitungen bis hin zu neuen Betriebssystemen mit Grafischer Benutzeroberfläche wie etwa GEOS. Aufgrund der guten technischen Voraussetzungen hoben sich mit der Zeit besonders die Spiele von den Titeln auf anderen Systemen ab. |
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Viele 64er fanden sich unter Weihnachtsbäumen und in Osternestern und da die Grafik und Soundhardware ungeahnte Möglichkeiten bot, tat sich hier ein schier unermessliches Betätigungsfeld für angehende Hobbyprogrammierer auf. Dies resultierte in zahllosen Spielen, Szene-Demos, Musikeditoren und vielen anderen Programmen. Einige Programmierer beraubten kommerzielle Spiele ihres Kopierschutzes und profilierten sich dann innerhalb einer kurzen Präsentation, die vor dem jeweiligen Programm geladen wurde. Aus diesen so genannten Cracker-Intros entwickelten sich die Szene-Demos, was nichts mit Politischen Demonstrationen zu tun hat. Vielmehr zeigen diverse Gruppen von Programmierern mit diesen Demos was sie können und treten auf Szene-Partys mit ihren Kreationen gegen andere Gruppen an und tauschen Erfahrungen aus. Diese Szene besteht heute noch, wenn auch der C-64 nicht das einzige System ist bei dem sich eine solche Demo-Szene entwickelt hat. |
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Der Rechner besteht prinzipiell aus einer 6502-kompatiblen CPU, dem 6510 Prozessor und zwei Spezialchips, dem VIC-II (Video Interface Controller II), Nachfolger des im VC-20 eingesetzten Bausteins der die Bildausgabe übernimmt, und dem SID (Sound Interface Device), der sich um die Tonausgabe kümmert. Dazu kommen noch zwei CIAs (Complex Interface Adapter), die den Kontakt zur Außenwelt mittels Ansteuerung der Ports, Tastaturabfrage usw. herstellen. |
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Damit der Rechner nach dem Einschalten auch was von sich gibt, enthalten die älteren Modelle insgesamt 3 ROM-Bausteine, die das BASIC, den Kernel mit Betriebssystemfunktionen und die Zeichendarstellungen enthalten. Da die CPU nur einen Adressbereich von 64 KByte hat, der Arbeitsspeicher plus ROMs aber 84 KByte groß ist, mussten sich die Entwickler etwas einfallen lassen. Mithilfe einer so genannten PLA und einem zusätzlichen 6-Bit breiten I/O-Port des Prozessors kann man die ROMs sowie den I/O-Bereich ein und ausblenden um den gesamten Speicher anzusprechen. |
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Das eingebaute Basic V2 entspricht dem des VC20. Die Funktionsvielfalt hält sich ziemlich in Grenzen, nach Befehlen zum Ansprechen der besonderen Fähigkeiten sucht man vergebens. Alternativen sind entweder Massen von Poke- Befehlen oder der Einsatz von Assembler. Das bereits vorhandene und bessere Basic 4.0 der neueren PETS wurde aus Kostengründen nicht verwendet. Die grafische Standardbenutzeroberfläche des C-64 ist GEOS. |
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Die drei häufigsten Defekte, die bei den alten Modellen auftraten, hatten im wesentlichen immer die gleiche Ursache: Sie passieren, wenn man bei eingeschaltetem Gerät Stecker in einen Port einsteckt oder herauszieht. Wechselt man beispielsweise den Stecker des Diskettenlaufwerks, dann kann es schon mal einen der beiden Ein- und Ausgabebausteine CIA 6526 und den Logik-Baustein SN7406 kosten. Beim Kassettenport ist es der 6510-Prozessor, der seinen Abschied nimmt. Wer ein Modul bei eingeschaltetem C-64 wechselt, der riskiert den Adressmanager 906114-01 oder aber den Prozessor. |
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Auch die Bastler schicken bei ihren Experimenten am User-Port zuweilen den einen oder anderen Baustein in die ewigen Jagdgründe. Im wesentlichen beschränkt sich dies aber auf die CIA 6526 und unter Umständen den SN7406. |
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Trotz der Tatsache, dass der C-64 Ende der 80er eigentlich technisch schon lange überholt war, wurde er bis 1993 gebaut. Die Schätzungen über die verkauften Exemplare gehen von 10 Millionen bis 30 Millionen (Guiness Buch der Rekorde). Der plausibelste Wert ist etwa 17 Millionen und wenn man die Derivate wie den C-128 mitrechnet kommt man auf etwa 22 Millionen. Dies macht ihn unangefochten zum meistverkauften Computer aller Zeiten. |
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Man darf ihn hierbei nicht mit dem PC oder den heutigen Spielkonsolen vergleichen, die wesentlich höhere Absatzzahlen erreichten, denn erstens hat sich die Hardwareleistung des 64ers über die Jahre nicht verändert und zweitens war der Markt Anfang der 80er wesentlich kleiner und die Akzeptanz der neuen Technik gegenüber wesentlich geringer als heute. |
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Vom Commodore 64 gibt es, bedingt durch die lange Produktionsdauer von immerhin fast 12 Jahren, sehr viele überarbeitete Versionen. |
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| Originalversion: (1982) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Revision A, B und C: (1983) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| "Aldi" - Commodore 64 (1986) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Commodore 64c (1986) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Commodore 64G (1987) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Goldener Commodore 64 (1986) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Goldenen C-64 wurden anlässlich des 1.000.000 verkauften C-64 in Deutschland in begrenzter Stückzahl produziert. Angeblich hat es nur 200 Stück gegeben, die bekannten Seriennummern reichen aber weit darüber hinaus. Vermutungen gehen bis zu 1000 Stück. Die Rechner (offiziell Seriennummer 1.000.000 bis 1.000.199) wurden der Öffentlichkeit im BMW-Museum in München vorgestellt. Eines der Geräte (Seriennummer 1.000.058) wurde dem 64'er Magazin geschenkt. |
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| Educator 64 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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