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Diese Seite ist zwei ganz besonderen Freunden gewidmet:
Das Geschwisterpärchen Paul und Fräulein kamen im Rahmen einer
Rettungsaktion zu uns; Meine Mutter fand die beiden auf einem Bauernhof. Sie
waren noch sehr klein und in einem erbärmlichen Zustand. Als meine Mutter sie
mitbrachte, stellte sie die beiden in ihrem Katzenkorb in unserer Wohnküche ab
und öffnete das Türchen. Danach geschah lange gar nichts. Fräulein war die
erste, die ihr neues Zuhause aus dem Körbchen heraus anschaute, Paul hingegen
versteckte sich ganz weit hinten. Wie kamen nun die Beiden zu ihren Namen? Solange ich denken kann hatten wir, wenn auch mit Unterbrechungen, mindestens eine Katze. Wir haben nie bewusst nach einem Namen gesucht, sondern die Namen ergaben sich aus dem Charakter oder dem Aussehen. Daher kamen so Namen wie Alte, Frechdachs oder Wuschel. Paul Schütz
Paul hatte auch einen Tick. Wenn man sich um ihn sehr bemühte freute er sich der Art, dass er sich in eine Euphorie verlief. Dies endete meist damit, dass er am Höhepunkt kratzte. Sofort danach konnte man ihm dann das schlechte Gewissen deutlich ansehen. Aus diesem Grund war ich sehr häufig ziemlich verkratzt, was ich ihm aber nie übel genommen habe. Meine Tage begannen stets mit einem Wettlauf. Schaffte ich es mein Frühstück einzunehmen bevor Paul kam? Tauchte Paul nämlich zum Frühstück auf, wickelte er mich derart um den Finger, dass stets er die Wurst von meinem Brot bekam und für mich das Brot übrig blieb. Rate mal wer zumeist als Sieger hervorging? In fortgeschrittenem Alter liebte Paul es in meinem Bett zu schlafen (Sicher viele werden sagen wie unhygienisch, aber ich hatte weder Läuse, Flöhe noch Würmer, auch war ich nie häufiger krank als andere). Ich mochte es aus einem anderem Grund nicht dass Paul bei mir schlief: Da ich sehr unruhig schlafe, hatte ich Ángst, dass ich Paul verletzen könnte. Dadurch war es mir auch kaum möglich einzuschlafen wenn er in meinem Bett war. Dies missfiel wiederum Paul. Er begann "sein" Bett zu verteidigen. Es war unmöglich Paul vom Bett zu nehmen ohne gebissen und verkratzt zu werden. Mir blieb nichts anderes übrig, als ihn mit der ganzen Decke vor die Türe zu setzten. Aber auch dafür hatte Paul eine Lösung: lange bevor es Zeit war ins Bett zu gehen, versteckte er sich an den unmöglichsten Orten. Hatte man ihn dann vergessen und ging ins Bett kam er einige Zeit später nach und er hatte seinen Willen. Seine Entschlossenheit nahm mit seinem Alter zu. Am 50. Geburtstag meine Vaters waren viele Verwandte zu Besuch. Für jeden der Anwesenden war nun ein Stuhl da, mit einer Ausnahme: Paul. Als nun ein Onkel den Fehler machte - er stand auf - beschloss Paul etwas dagegen zu unternehmen. Schließlich gehörte er ja auch zur Familie. Und so besetzte er auf das entschlossenste den Stuhl. Drei erwachsene Männer - darunter auch mein Vater - versuchten nun Paul davon zu überzeugen, dass er nun wirklich keinen Stuhl brauche. Das Ergebnis: Es wurde ein weiterer Stuhl herangeschafft und Paul saß den ganzen Abend mit am Tisch.
Als Paul schon recht alt war, verlor er einen Fangzahn. Durch diesen Verlust fand Paul einen neuen Trick heraus um uns um den Finger zu wickeln. Wenn er etwas besonders wollte, dann schob er mit dem verbliebenen unteren Fangzahn die Oberlippe nach oben. Er sah dann aus als wäre er die ärmste Katze der Welt und man konnte ihm nichts mehr abschlagen. Als mein Vater - der Bequemlichkeit wegen - in sein eigenes Schlafzimmer umgezogen ist, war ein Teil des Ehebettes natürlich frei. Rate mal, wer das Bett in Besitz genommen hat? Bis an sein Lebensende hat er Teile der Nacht in seinem eigenen Bett verbracht. Wenn er morgens davon überzeugt war das es Zeit für das Frühstück ist, weckte er meine Mutter. Meine Mutter war dagegen machtlos. Sperrte sie ihn aus, so rannte er einfach gegen die Schlafzimmertür und machte somit einen Radau der auch den besten Schläfer aus den Träumen riss. Paul starb im Alter von 17 Jahren an Altersschwäche. Er war klug genug, sich von den Hauptstraßen fern zu halten und konnte auch denen stets entkommen, die Katzen quälen oder aus Spaß umbringen. In seinem letzten Lebensjahr musste meine Mutter ihn füttern und er verbrachte die meiste Zeit an der Heizung. An guten Tagen spielte er auch noch mit einem bis er eines Nachts, im Frühjahr des Jahres 2001, einfach eingeschlafen ist und nicht mehr aufgewacht ist. Wenn ich heute zu meinen Eltern fahre und mein
Auto im Hof abstelle, schaue ich noch immer ob nicht Paul auftaucht. Er hat mich
immer am Auto begrüßt, auch wenn ich unangemeldet aufgetaucht bin. Ich vermisse ihn sehr! Wenn ich nachts Wachliege und an ihn denke, spüre ich bis heute die Wärme die sein kleiner Körper ausstrahlte wenn er sich an mich schmiegte. Fräulein
So viele Geschichten wie bei Paul fallen mir
nicht ein, aber ihre große Leidenschaft werde ich nicht so schnell vergessen.
Sie liebte das Apportieren! Dies ging wie folgt von statten: Mein Vater nahm den
Korken einer Weinflasche Fräulein wurde in ihren besten Jahren von einem Auto überfahren. |